Drackendorfer Diptychon

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Drackendorfer Diptychon

Manchmal finden wir Orte vergessener Schönheit, die uns berühren weil wir sie – ohne es zu wissen – schon immer in uns tragen. Wir müssen keine weite Reise machen, um sie zu entdecken, wenn wir uns öffnen, sind sie immer “in weiter Ferne so nah“.
Eine solche verwunschene Insel inmitten des tosenden Alltagsgetriebes ist der Drackendorfer Goethepark in Jena. In seinem Zentrum der stolze Teetempel, den einst die Familie von Ziegesaar hier errichten ließ.
In schattiger Stille majestätischer Baumkronen kann man sie hören, die kleine Gesellschaft bei Tisch, Teegeschirr klappert und anmutige Damen kichern über den neuesten Klatsch und Tratsch. Staunend sieht man den Herrn Geheimrat die Wege entlang flanieren.
Wenn wir erkennen, dass es nur Herr Lehmann ist mit der Aktenmappe auf dem Weg ins Büro, sind wir wieder im Hier und Jetzt angekommen. Die Damen sind verschwunden, der Pavillon steht verlassen, vom einstigen Glanz besserer Tage träumend, mit morbider Aura – und immer noch schön.
Was er erlebt hat war nicht immer glanzvoll und das ist ihm auch anzusehen, die Geschichte hat ihre Spuren hinterlassen und spricht aus jedem Stein. Ungeahnter Zerstörungswut sind auch die Fenster zum Opfer gefallen. Seitdem sind seine Augen blind.
Dieser Eindruck eines verlorenen Gesamtkunstwerkes war ausschlaggebend für meinen Wunsch, den  erloschenen Blick nach außen und nach innen wieder zu öffnen.
Und so wird der Pavillon zur Kulisse für eine “Bühne des Lebens“.

Seit der Installation meiner Arbeit am Pavillon sind bereits einige Jahre vergangen. Heute erleben Besucher den Pavillon bereits aufwendig saniert und restauriert.

 

 

 

 

 

 

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