Die Töchter des Grafen

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Die Töchter des Grafen

In der Nähe der Stadt Jena in Thüringen liegt, in einem malerischen Tal, der winzige verträumte Ort Kleinlöbichau.
Vor Zeiten, von 1672 bis 1692, bildete er den östlichsten Zipfel eines kleinen Herzogtums.
Der Herrscher selbigen kleinen Reiches, Bernhad II von Sachsen-Jena, wartete seit Jahren schon vergeblich auf einen Thronfolger. Seine Gemahlin, eine französische Herzogin, hatte ihm zwar vier wunderbare Töchter geboren, allein ein Erbprinz ließ auf sich warten.
Um seinem Wunsche auch an “höherer Stelle“ Nachdruck zu verleihen, versprach der Herzog den Bau einer Kirche in jenem fernen Winkel seiner Ländereien, wenn Ihm ein Sohn geboren würde.
Um aber auch auf irdischem Weg nichts unversucht zu lassen, schwängerte er unverzagt das Hoffräulein Maria Elisabeth von Cospoth, welches ihm jedoch wieder ein Mädchen gebar.
Schließlich wurden seine Bitten erhört und seine Frau brachte 1675 den heißersehnten Sohn zur Welt.
Noch im selben Jahr löste der Graf sein Versprechen ein. Er ließ in Kleinlöbichau eine Kirche errichten. Verwendet wurden dafür die Steine der verfallenen Abtei von Thalbürgel, einem Nachbarort, der noch heute weit bekannt ist wegen seiner eindrucksvollen,
erhalten gebliebenen, romanischen Klosterkirche.
In der Ortschronik rühmt man sich, der Herzog sei sogar zur Kirchweihe
höchstselbst erschienen.

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Dorfkirche Kleinlöbichau

 

 

 

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