Der ungläubige Thomas

Der Ungläubige Blog
Der ungläubige Thomas

Johannesevangelium:

Streck deine Hand aus und lege sie in meine Seitenwunde!
hör auf zu zweifeln, dass ich es bin.

Der Jünger Johannes erfand das Bild des Zweifelnden, des Abweichlers, des Außenseiters Thomas, der gar die Auferstehung Christi hinterfragt.

Als 1945 in einem Tonkrug Schriften aus ägyptischer Erde geborgen werden, staunt die Welt über das darin enthaltene Thomas-Evangelium. Es war im wahrsten Sinne ein geheimer Schatz. Denn diese frühchristlichen Texte – sogenannte Apokryphen – durften nach ihrer Entstehung, um 200 unserer Zeit, nicht in den Kanon des Neuen Testamentes und damit in die reine Lehre übernommen werden. Offenbar finden sich in den Texten des Apostels Thomas ausnahmslos angebliche Jesusworte, die erstaunlicherweise an sogenannte Koans erinnern. Das sind verrätselte und sogar paradox wirkende Geschichten und Anekdoten, die im Zen-Buddhismus eine große Rolle spielen.

Führt vielleicht gar von hier aus ein direkter gedanklicher Weg zum Tao-te-king des Weisen Laotse. Der in seinen etwa 500 v.Chr. entstandenen Versen die Mutter des Universums als das TAO benennt. Dessen bedeutende Lehren unter dem Eindruck des Untergangs und in Bewahrung der Wertvorstellungen einer weltumspannenden, matriarchalen Vergangenheit entstanden waren.

 

 

 

 

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